„Eine Blockchain (auch Block Chain, englisch für Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, „Blöcke“ genannt, die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind. Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren Hash (Streuwert) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.“ [1]

Das ist die Wikipedia-Definition für den Begriff Blockchain und wer sich danach genauso schlau fühlt wie vorher, der ist sicher nicht allein. Blockchain ist ein Begriff, den viele mit Kryptowährungen, allen voran dem Bitcoin, verbinden. Die Blockchain fungiert in diesem Fall als Datenbank, um Transaktionen zu verwalten. Da diese Transaktionen in chronologischer Reihenfolge hinzugefügt werden, kommt der Begriff „Chain“, übersetzt Kette, zustande.

Intelligente Informationsketten – dezentral und selbstprüfend

Zum besseren Verständnis kann man das Blockchain-Konzept mit einem Gruppenchat vergleichen. In einem solchen werden nacheinander Nachrichten geschickt, welche im Nachhinein nicht mehr veränderbar sind. Das ist das Kernprinzip einer Blockchain: Niemand kann nachträglich etwas verändern. In der Blockchain werden nacheinander Informationen gespeichert. Jede Information bildet dabei einen Block. Für jeden einzelnen Block wird ein sogenannter Hash, eine Art digitaler Fingerabdruck, berechnet. Der Hash eines Blocks beinhaltet auch immer den Hash des vorigen Blocks. Das ist, um beim Chat-Beispiel zu bleiben, die Antwort einer Person auf die vorangegangene Nachricht einer anderen Person. Die einzelnen Blöcke sind über die Hashes zu einer Kette verbunden. Die Informationen in einer Blockchain können deshalb nicht nachträglich verändert werden, da somit auch der Hash verändert werden würde. Dies hätte zur Folge, dass alle weiteren Hashes fehlerhaft wären und die Kette würde auseinanderbrechen. Bevor ein neuer Block zur Kette hinzugefügt wird, muss ihn jeder Computer im Netzwerk verifiziert haben. Darin besteht die Sicherheit der Technologie. Es ist dezentral gesteuert und jeder kontrolliert jeden.

Die Blockchain bildet also die technische Grundlage und die Kryptowährung ist eine Anwendungsmöglichkeit dieser. Eine Blockchain kann aber auch in anderen Bereichen angewendet werden, beispielsweise einer dezentralen Speicherung von Kundendaten oder auch der Dokumentation von Transportketten in der Logistik.

Einsatzgebiet Kryptowährung – sinnvoll?

Da das bekannteste Anwendungsgebiet der Blockchain die Kryptowährung ist, wollen wir noch kurz auf diese eingehen und untersuchen, inwiefern eine Investition in Kryptowährungen sinnvoll sein kann.

Gerade war der (theoretische) Bitcoin-Millionär Stefan Thomas in aller Munde und seine Geschichte verdeutlicht, wie jung und gleichzeitig radikal dieser Markt ist. Zur Erinnerung: Thomas hatte sich im Jahr 2011 in Bitcoins für einen Job bezahlen lassen. Inzwischen sind diese 7002 Bitcoins rund 200 Millionen Euro wert. Das Problem ist nur, dass er sein Passwort vergessen hat – und dank der hohen Sicherheitsstandards bei Blockchainanwendungen dieses auch nicht einfach so wiederhergestellt werden kann. Von den insgesamt zehn Versuchen, dieses einzugeben, sind acht misslungen. Noch zwei Fehleingaben und seine Millionen werden im World Wide Web verschwinden.

Wer jetzt meint, sofort Unmengen der beliebten Bitcoins kaufen zu müssen, dem sei nicht nur dazu geraten, das Passwort an sicherer Stelle abzulegen, sondern auch sehr vorsichtig zu sein. Denn Kryptowährungen unterliegen teils starken Kursschwankungen. Wer vor ein paar Jahren noch verhältnismäßig günstig Bitcoins gekauft hat, konnte sich sicherlich über enorme Renditen freuen. Doch immer wieder ist der Bitcoin-Kurs auch von starken Einbrüchen gekennzeichnet. Eine verlässliche Rendite ist somit also nicht zu erwarten. Neben dem Risiko der Kursschwankungen und trotz der vermeintlich sicheren Blockchain-Technologie können die Datenbanken der Kryptowährungen zudem das Angriffsziel von Hackern werden – auf diese hofft Stefan Thomas nun heimlich, denn nur durch sie könnte er doch noch an seine Millionen kommen, aber das ist wohl eine Ausnahme. Darüber hinaus gibt es auch unter den virtuellen Zahlungsmitteln Falschgeld. Vor allem Neueinsteigende laufen Gefahr, zum Opfer von Bitcoin-Betrugssystemen zu werden.

Fazit: Die vermeintlich hoch-interessante Technologie der Blockchain und damit verbundene Kryptowährung ist nach wie vor relativ jung. Das heißt, es fehlt die nötige Expertise, um deren Entwicklung beurteilen zu können – ebenso wie die Gefahren. Diese sind zwar relativ deutlich zu benennen:

  1. Mögliche Hackerangriffe
  2. Der Verlust des Passwortes und damit verbunden der Verlust des Kapitals
  3. Starke „Marktschwankungen“
  4. „Schwarze Schafe“ – also Betrüger, die mit Falschgeld locken

Doch wie kann man diese bestmöglich ausschließen? Der Einstieg in Kryptowährungen ist also höchstens für jene Investoren geeignet, die sich umfassend mit dem Thema auseinandergesetzt haben und zudem auch stärkere Kursschwankungen verkraften können. Für alle anderen gibt es alternative Investitionsmöglichkeiten, die bei geringem Risiko großzügige Renditen versprechen können.

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Blockchain