Die Covid-19-Pandemie hat in vielen Bereichen zu großen Veränderungen geführt, die auch an der Immobilienbranche nicht spurlos vorbeigehen. Doch welche Assetklassen werden sich wie verändern? Und wie kann man heute attraktive Investments von morgen erkennen? Wir haben mögliche Szenarien einmal durchgespielt.

Das große Bürosterben?

Es ist eines der Themen in der Immobilienbranche: das vermeintlich große Bürosterben. Wie wird sich der Flächenbedarf im Bereich Büro verändern? Das Homeoffice hat sich in vielen Branchen durchgesetzt. Ist das das Ende des klassischen Büros? Nein. Denn auch wenn sich das Arbeiten verändert hat, so bleibt das Büro doch ein Ort der Kommunikation und der sozialen Kontakte. Zwar ist „Remote arbeiten“ inzwischen bekannter als je zuvor – wie effizient das Ganze ist, bleibt indes unklar. Und auch wenn Vorreiter wie Microsoft und Twitter es den Mitarbeitern erlauben, nach Corona im Homeoffice zu bleiben – wie steht es beispielsweise um mittelständische Firmen? Und wollen die Mitarbeiter das überhaupt? Es bleibt abzuwarten, ob und wie schwer die Immobilienbranche davon betroffen ist. Zwar wird das Homeoffice oder die Remote-Arbeit bestimmt nicht wieder gänzlich von der Agenda verschwinden, doch as Büro als sozialer Raum wird nach dem Ende der Pandemie wahrscheinlich eine neue Liebe erfahren. Schon jetzt setzen einzelne Unternehmen nicht auf eine Reduktion der Flächen, sondern auf neue Konzepte – für ein Mehr an Austausch und Kommunikation. Wichtig, um nachhaltige Büroflächen zu konzipieren, ist also eine gewisse Flexibilität der Flächen, damit diese sich den aktuellen Umständen anpassen lassen. Und das ohne Einbußen für Mieter und Vermieter. Ein weiterer Aspekt sollte ebenfalls berücksichtigt werden: Wer regelmäßig von zu Hause arbeitet, ist mittelfristig auf ein Arbeitszimmer angewiesen. Heißt: Die Nachfrage nach großzügigen Wohnimmobilien steigt.

Von der Einzelhandelsfläche zum Logistik-Hub

Die Flexibilität der Flächen ist das zentrale Thema: Denn nur dann, wenn diese so entwickelt werden, dass sie sich aktuellen Anforderungen anpassen lassen, handelt es sich um ein nachhaltiges Investment. Bleiben wir bei dem veränderten Bedarf einzelner Branchen, aber auch Assetklassen: So reduziert beispielsweise der Einzelhandel, darunter große Player wie H&M, C&A und Zara, seine Flächen. Das führt zu neuen Flächenangeboten in den Innenstädten – und somit perspektivisch auch zu einem Preisverfall? Möglicherweise. Nichtsdestotrotz sollte man in diesen Bereich investieren. Denn auch wenn einzelne Branchen Flächen „abgeben“, so entsteht an anderer Stelle neuer Bedarf. Während der stationäre Einzelhandel unter der Pandemie leidet, boomt der Online-Handel und mit ihm die Nachfrage nach Flächen für die „letzte Meile“. Und da diese nun mal in erster Linie zentral liegen müssen, wird sich die Nutzung bestimmt verändern – nicht aber der Bedarf.

Die Betten sind gemacht

Und noch eine Branche sieht sich vor einschneidenden Veränderungen: In unseren Szenarien darf die Hotelbranche nicht fehlen. Aktuell sind viele Hotels von den Restriktionen infolge der Pandemie betroffen und stehen leer. Und obwohl sich das perspektivisch wieder ändern wird, werden einzelne Unternehmen aus dem Hotel- und Gastronomiebereich die Krise nicht überstehen. Was also mit einem Hotelkomplex tun? Auch dort empfiehlt sich die Umnutzung der Flächen. Wie diese aussehen kann? Unsere Gesellschaft wird immer älter und bleibt gleichzeitig immer fitter. Viele der sogenannten Best-Ager-Generation wollen möglichst lange möglichst selbstständig wohnen – mit dem richtigen Maß an Unterstützung. Kommt bei vielen Hotels nicht die Umnutzung zu Service-Wohnen infrage? Vom Grundriss her ähneln sich diese Konzepte bereits.

Die richtigen Immobilien bleiben ein stabiles Investment

Im Großen und Ganzen sind die zu erwartenden Veränderungen schwer zu prognostizieren. Der Trend kann sich in die unterschiedlichsten Richtungen entwickeln, aber eines ist und bleibt garantiert: Immobilien brauchen wir immer! Dass deshalb nicht jede Immobilie ein interessantes Investment ist, das ist klar. Es wird im aktuellen Umfeld noch stärker auf Kriterien ankommen wie die (Makro- und Mikro-)Lage, eine hohe Drittverwendungsfähigkeit, eine gute Infrastruktur und eine nachhaltig erzielbare Miete – all diese Faktoren kann nur ein Profi beurteilen, um seinen Anlegern ein attraktives Investment anzubieten. Und genau das ist unser Anspruch.